Hardy Crueger: Die Stunde der Flammen

Vorgestellt von Karsten Weyershausen in Genreliteratur am 29. Juni 2015

Hardy Crueger: Die Stunde der FlammenBöse Zungen behaupten, dass die Gegend zwischen Hildesheim und Oschersleben zu den langweiligsten unseres Erdenrunds gehört. Wer hier mordet, erweist seinen Opfern wahrscheinlich einen Gefallen. Ein Autor, der ausgerechnet diesen Landstrich zum Schauplatz eines Thrillers macht, beweist Mut. Doch gerade dieser Mut zum Alltag, zum Unspektakulären ist es, der diesem Roman seinen Reiz verleiht. Hardy Crueger schafft es, vielen Standards des Genres einen neuen Dreh zu geben.

Auch der Held Carsten Sanders, Kommissar vom LKA Niedersachsen, ist meilenweit von den Figuren handelsüblicher Krimikonfektionsware entfernt. Sanders ist kein spleeniger Kauz wie Inspektor Columbo oder Hercules Poirot. Er verkörpert eher den Durchschnittstypen von nebenan, mit dem man gern beim Public Viewing in der Fußballkneipe von gegenüber ein Bierchen zischen würde. Ein gutmütiger Kerl, der seiner verstorbenen Frau nachtrauert und zusammen mit seinem geistig zurückgebliebenen Bruder Ulli haust. Den Dienst absolviert er anfangs eher unmotiviert, nach Vorschrift. Er ist in erster Linie Beamter, kein Held, kein kerniger Typ mit Ecken und Kanten.

Das restliche Personal ist ähnlich unspektakulär wie die Geografie, in der sich die Handlung entfaltet. Crueger skizziert jedoch keine Abgründe kleinstädtischer Bourgeoisie, wie etwa Georges Simenon. Seine Figuren sind erfrischend bodenständig und unverbraucht. Menschen wie Du und ich. Gerade diese Alltäglichkeit ist es, die einen schnell in die Geschichte eintauchen lässt. Ehe man sich versieht, fiebert man mit Carsten Sanders und seiner Kollegin Mandy Kolwicz, die erkennen müssen, dass die drei verkohlten Frauenleichen, die in kurzen Zeitabständen zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt entdeckt werden, Teil eines grausamen Spiels sind, das ein Serienmörder mit ihnen treibt. Doch der Täter ist nicht nur wahnsinnig, sondern auch clever und versteht es, seine Spuren zu verwischen.

Bis zum Schluss vollbringt Hardy Crueger das Kunststück, alle Puzzleteile seiner Mordgeschichte zu jonglieren, die Spannung zu steigern, zwischendurch mit humoristischen Einlagen für kurze Verschnaufpausen zu sorgen, nur um der Geschichte sofort eine neue Wendung zu geben. Zwar ist die Figur des Serienmörders schon längst nicht mehr neu, doch trotzdem gelingt es Crueger, dem Ganzen ein paar neue Facetten abzugewinnen. An einigen Stellen lässt er sogar innerdeutsche Ost-West-Problematik und einen Hauch Sozialkritik anklingen. Sein routinierter Stil, der es immer wieder schafft, eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, und vor allem sein Ohr für lebensnahe Dialoge, machen die Lektüre zu einem wahren Vergnügen. Einmal angefangen, ertappt man sich dabei, immer schneller umzublättern.

»Die Stunde der Flammen« ist ein echter Schmöker, im allerbesten Sinne. Man kann nur hoffen, dass Carsten Sanders ein weiterer Auftritt vergönnt sein wird.

Hardy Crueger: Die Stunde der Flammen | Deutsch
KBV Verlag 2015 | 386 Seiten | amazon-info

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Vea Kaiser: Makarionissi oder Die Insel der Seligen

Vorgestellt von Andreas Zwengel in Moderne Literatur am 22. Juni 2015

Vea Kaiser: Makarionissi oder Die Insel der SeligenMakarionissi war einhundertsiebenunddreißig Komma acht Quadratkilometer groß, lag im westlichen Mittelmeer, und alle Piloten, Kleinflugzeuginsassen, Götter und das gesamte Vogelvieh, das über die Insel hinwegflog, konnte nicht umhin, festzustellen, dass sie aussah wie ein Hirschkäfer.

Die Geschichte beginnt in zwei verfeindeten griechischen Dörfern, deren Vergangenheit jede gemeinsame Zukunft verhindert. Die Matriarchin einer Familie hat schon immer die Geschicke ihrer Verwandten gelenkt. Aus Furcht, die Ahnenreihe könne irgendwann ins Stocken geraten, arbeitet sie seit der Geburt ihrer jüngsten Enkel darauf hin, dass aus Cousin und Cousine später einmal ein Paar wird.

Eleni und Lefti sind auch ohne ihr Zutun während der Kindheit unzertrennlich, doch später ändert sich ihr Verhältnis. Griechenland steht wieder am Rande eines Bürgerkrieges. Während die streitbare Eleni sich politisch engagiert und dabei immer größere Risiken eingeht, versucht der harmoniesüchtige Lefti sein Glück in Deutschland zu finden und wird zum Vorzeigedeutschen. Es sieht so aus, als würde der Plan ihrer Großmutter nicht aufgehen.

Ein Bergdorf an der griechisch-albanischen Grenze, das deutsche Hildesheim in den Siebzigern, das Griechenviertel von Chicago und die titelgebende Insel im Mittelmeer sind Stationen dieser jahrzehnteumspannenden Familiengeschichte, die immer wieder neue Wendungen nimmt. Deshalb sollte man den Stammbaum zu Beginn des Buches tunlichst überblättern, wenn man sich die Spannung auf einige familiäre Entwicklungen bewahren möchte. Denn eines ist dieses Buch ganz sicher nicht, nämlich vorhersehbar.

Das Schicksal von Eleni und Lefti hält immer neue Überraschungen bereit. Diese beiden völlig gegensätzlichen Persönlichkeiten, die sich als erzwungene Gemeinschaft auf der Suche nach ihrer Vorstellung von Glück befinden, lassen den Leser nicht unberührt. Die überzeugenden Charaktere sind nur eine Stärke des Buches. Neben der Fülle an Details, dem geschmeidigen Ton und der fesselnden Handlung. »Makarionissi« ist pure Lesefreude.

Schon »Blasmusikpop«, das Debüt von Vea Kaiser, hat mich bei seinem Erscheinen beeindruckt und begeistert. Nun ist ihr zweiter Roman erschienen und schon nach wenigen Seiten war mir klar, dass ich mir diese Autorin zu Recht gemerkt hatte. Ich freue mich bereits auf ihr nächstes Buch.

Vea Kaiser: Makarionissi oder Die Insel der Seligen | Deutsch
Kiepenheuer & Witsch 2015 | 464 Seiten | amazon-info

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Anna Seghers: Transit

Vorgestellt von Renate Bojanowski in Klassiker am 15. Juni 2015

Anna Seghers: TransitDer Weltflüchtlingstag am 20. Juni ist seit diesem Jahr in Deutschland gleichzeitig der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung.

Nach der Zählung des UNO-Hochkommissariats gab es 2014 weltweit die höchste Flüchtlingszahl seit dem 2. Weltkrieg: 51,3 Millionen Menschen. Ein Zehntel davon wurde dazu getrieben, die angestammte Heimat zu verlassen. International gibt es derzeit 1,4 Millionen Vertriebene, davon ca. 77.000 Asylsuchende in Deutschland hauptsächlich aus Syrien, den Balkan-Staaten, Eritrea, Afghanistan, Somalia und dem Irak …

Sich in die zwiespältige Gedankenwelt eines Flüchtlings hinein zu versetzen, fällt schwer. Anna Seghers‘ Roman »Transit« bringt dem Leser die Thematik konfliktreich und gleichzeitig spannend nahe. Er wurde nach einer englischen und einer spanischen Ausgabe 1944 erstmals 1948 in deutscher Sprache veröffentlicht. Das Buch zieht den Leser rasch in die scheinbaren Widersprüche und Vertracktheiten des namenlosen Erzählers.

Ein junger Deutscher flieht 1940 aus einem Konzentrationslager nach Frankreich und entkommt dort aus einem Internierungslager. Er soll in Paris dem Schriftsteller Weidel eine Nachricht überbringen. Doch Weidel hat Selbstmord begangen. Als der Erzähler in Weidels Papieren ein gültiges mexikanisches Einreise-Visum findet, schlüpft er in dessen Rolle. Auf dem Weg nach Marseille bekommt er auch noch Personalpapiere auf den Namen Seidler. In der französischen Hafenstadt kann unser Protagonist die Behörden davon überzeugen, dass Weidel und Seidler identisch sind. Inzwischen rücken die deutschen Truppen nach Süden vor. Die Gefahr wächst. Außerdem sucht Weidels Frau Marie nach ihrem Mann. Als sie auf unseren Erzähler trifft, verschweigt der Weidels Tod.

Alle Handlungsmomente werden hier auf den Kopf gestellt. Der Hauptdarsteller bekommt seine Ausreise-Papiere ohne Anstrengungen. Er bleibt in einem besetzten Land, während die Masse verzweifelt Fluchtmöglichkeiten auslotet. Doch die Flucht rettet weder Marie noch den Arzt. Der Leser wähnt sich zweitweise wie in einem Märchen. Auch da muss das Richtige getan werden. Der falsche Weidel/Seidel lernt Echt und Unecht zu erkennen und bewahrt sich so ein Stückchen Solidarität. Sein wahres Ich verbirgt sich hinter den verschiedenen papiernen Identitäten. Seine Menschlichkeit droht in der Maschinerie des Transit-Wesens unterzugehen. Dass er darin nicht zerrieben wird, verdankt er dem Kontakt zu Mitemigranten; Freunden in Marseille und dem unfertig gebliebenen Manuskript des toten Schriftstellers Weidel, dass er zu lesen beginnt.

Weidels Schicksal erfüllt den Erzähler mit Anteilnahme und Respekt und hilft ihm, seine Rolle in der eiligen Transit-Welt zu durchschauen. Schließlich widersteht er ihr. Transit wird zum Zeichen der Zeit: ob in Form von Papier, eines Visums, im Handeln der Menschen oder in ihrem Charakter. In der Transit-Welt lässt jeder jeden im Stich.

Transit scheint so gegenwärtig wie nie. Während »Pegidas« Gespenst durch Deutschlands Städte geistert, IS-Schergen die Welt terrorisieren und die Ausmaße des Klimawandels kaum noch einzudämmen sind, drängen immer mehr Flüchtlingsströme nach Europa. Tausende Menschen ertrinken im Mittelmeer. Wer seine Geschichte aufschreibt, bleibt vergleichsweise einsam. Wer sie erzählt, braucht den Zuhörer, der an der Geschichte teilhaben, sie reflektieren und weitererzählen, trösten und ermutigen kann. Dies hat auch unsere Hauptperson in Transit erkannt:

»Ich möchte gern einmal alles erzählen, von Anfang bis zu Ende …«

Anna Seghers ist das Erzählen in ihrem Roman »Transit« vorzüglich gelungen. Auch beim Lesen können wir ihr zuhören, Anteil nehmen, unsere Erfahrungen überdenken und Stellung nehmen. Wir können die Geschichte weiter erzählen, Mut machen und trösten: wenn wir die Transit-Welt verlassen.

Anna Seghers: Transit | Deutsch
Lizenzausgabe der Süddeutschen Zeitung 2007 | 290 Seiten | amazon-info

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Mark Watson: Hotel Alpha

Vorgestellt von Andreas Zwengel in Moderne Literatur am 8. Juni 2015

hotel_alphaHoward York ist ein unverbesserlicher Optimist und Exzentriker. Er eröffnet in London ein Luxushotel namens Alpha. Ein ruhiger Tagesablauf und ein Betriebsklima, bei dem der Mensch im Vordergrund steht, sind ihm wichtiger als die glatte Oberfläche anderer 5-Sterne-Hotels. Deshalb engagiert er auch bei der Stellenbesetzung nicht immer die am höchsten qualifizierten Kandidaten. Genaugenommen tut er das so gut wie nie. Seine Auswahlkriterien sind sehr speziell, genauso wie die Art seiner Bewerbungsgespräche.

Dies erfährt auch ein altmodischer junger Mann namens Graham am eigenen Leib. Er wird zum unentbehrlichen Concierge des Alpha und findet in dieser Tätigkeit seine Erfüllung. Der traditionsbewusste Graham, der jede technische Neuerung sehr skeptisch betrachtet, muss die Modernisierung seiner heiligen Rituale erdulden, darunter auch sein handschriftliches Reservierungsbuch.

Mitte der achtziger Jahre bricht in einem Zimmer des Hotels ein Brand aus, bei dem eine Frau stirbt und ein Junge erblindet. Howard adoptiert den Jungen namens Chas, der sich trotz seiner Blindheit als Wunderkind und Computergenie entpuppt. Es soll noch zwanzig Jahre dauern, bis das Geheimnis dieses Brandes gelüftet wird.

Über einen Zeitraum von vierzig Jahren verfolgt man das Leben der Gäste und Bediensteten des Hotel Alpha. Dabei werden fiktive und historische Ereignisse miteinander verbunden. Erzählt wird das Buch von Concierge Graham und Howards Sohn Chas in abwechselnden Kapiteln aus der Ich-Perspektive. Zwei Menschen, die kaum verschiedener sein könnten und deren Beschreibung der Geschichte des Hotels und seiner Gäste manchmal sehr unterschiedlich oder unter völlig anderen Geschichtspunkten erfolgt.

Der Blick hinter die Kulissen eines Nobelhotels bietet erheiternde und auch spannende Aspekte. Jeder Gast und jedes Zimmer hat Geheimnisse, über die das Personal Schweigen zu bewahren hat. Gerade daraus ziehen Hotelgeschichten ihren Reiz und das tun sie auch in diesem Fall.

Die episodenhafte Erzählweise des Romans unterscheidet sich nicht allzu sehr von einer thematisch einheitlichen Kurzgeschichtensammlung. Ungewöhnlich an dem Buch ist, dass es durch hundert Kurzgeschichten ergänzt wird, die man als eBook erwerben oder auf der Seite www.hotelalphastories.de lesen kann. Das Buch selbst hat genug Erzählraum in den vier Jahrzehnten gelassen, um diese mit Anekdoten und Figuren zu füllen. Wer also nach der Lektüre des Romans noch weiter im Hotel Alpha verweilen möchte, kann hier alte und neue Bekannte treffen.

»Hotel Alpha« ist gute Unterhaltung in leichtem Tonfall mit vielen sympathischen Figuren. Witzig, anrührend und abwechslungsreich. Insgesamt sehr nett, wenn auch manchmal vielleicht etwas zu brav und gemütlich. Wen eine eher zynische Variante dieses Themas interessiert, dem empfehle ich die BBC-Fernsehserie »Hotel Babylon«.

Mark Watson: Hotel Alpha | Deutsch von Andrea Kunstmann
Heyne 2015 | 372 Seiten | amazon-info

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Lisa Moore: Der leichteste Fehler

Vorgestellt von Detlef Knut in Moderne Literatur am 1. Juni 2015

Lisa Moore: Der leichteste FehlerDie in Neufundland geborene kanadische Schriftstellerin Lisa Moore hatte bereits mit ihrem Debütroman »Im Rachen des Alligators« einen nationalen Bestseller gelandet und befindet sich immer noch auf dem wachsenden Ast. In ihrem 2013 erschienenen Roman »Der leichteste Fehler« geht es um einen jungen Mann namens David Slaney, der vor wenigen Jahren auf die schiefe Bahn gerutscht ist. Der Roman beginnt mit dem Ausbruch Slaneys kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis, in welchem er die letzten vier Jahre verbracht hat.

Naiv und blauäugig hatte er damals mit seinem Freund Hearn geglaubt, mal eben so 2 t Marihuana durch den Atlantik von Kolumbien nach Kanada schmuggeln zu können. Sie waren von kanadischen Fischern entdeckt worden. In ihrer Unerfahrenheit glaubten sie, die Fischer würden es bei einem Kopfschütteln belassen. Das taten diese natürlich nicht, sondern informierten die Polizei. Das Ergebnis: Slaney geht für vier Jahre in den Knast, während sein Freund Hearn durch einen guten Rechtsanwalt freikommt.

Kurz vor seinem Geburtstag bricht Slaney aus dem Knast aus, um so schnell wie möglich wieder zu Hearn zu gelangen, denn der nächste Coup steht auf dem Plan. Nun begleitet der Leser den Protagonisten auf einem Road Trip durch Kanada. Dabei erfährt er viele Hintergründe aus dem Leben des jungen Mannes, erfährt, warum Hearn freigekommen war, wie Slaney aufgewachsen ist, welchen Umgang er mit Mädchen pflegt und viele weitere einzelne Details. Geht es ihm zunächst darum, seine Freundin Jennifer wieder zu treffen, so ist das wesentliche Ziel doch sein Freund.

Slaney selbst ist in den Jahren erfahrener geworden und würde lieber nicht so risikobereit in das nächste Geschäft einsteigen. Doch schließlich kann ihn sein Freund davon überzeugen, dass alles in Ordnung geht und er sich keine Sorgen machen bräuchte. Letztendlich vertraut Slaney wieder seinem Freund, denn schließlich war es dieser, der in den letzten Jahren diesen neuen Deal organisiert hat. Slaney begibt sich erneut auf eine waghalsige Tour, doch die wahre Gefahr kann er nicht einmal erahnen.

Lisa Moore ist ein stiller Roman gelungen, der Ende der 1970er Jahre in Kanada spielt und den Drogenschmuggel von Kolumbien nach Neufundland zum Thema macht. Sie zeigt den großen Drang nach Freiheit, den ein Mensch verspüren kann, und dabei die Berücksichtigung aller Risiken vernachlässigt. Erzählt wird außerdem eine Geschichte von Freundschaft. Es ist eine Geschichte zwischen den Jugendfreunden von damals und deren Entwicklung bis zur aktuellen Handlungszeit des Romans.

Faszinierend ist die Stimmung, die sie erzeugt, wenn der Leser versucht, eine Sympathie zum Protagonisten aufzubauen und, ähnlich wie in den Geschichten des großen amerikanischen Schriftstellers T. C. Boyle, erkennen muss, dass der Protagonist auf ein riesiges Desaster zuläuft. Zwar kann der Leser versuchen, den Protagonisten Glück zu wünschen, aber letztendlich ahnt er, dass dieser Wunsch nicht sehr viel helfen wird.

Kritisch an dem Buch finde ich zwei Sachen, auf die die Schriftstellerin wahrscheinlich weniger Einfluss hatte. Das ist einerseits der Umschlag der deutschen Ausgabe, dessen Bild gar nichts zu dem Inhalt des Romans aussagt. Zum anderen sind es die fehlenden Anführungszeichen für die wörtliche Rede. Künstlerische Freiheit hin oder her, eine Autorin hat die Pflicht, ihren Lesern das Lesen weitgehend zu erleichtern und ihnen dabei Hilfestellung zu geben. Wenn die Dialoge ohne Kennzeichnung ausgeführt werden, dann erschwert dies das Lesen ungemein. Ständig muss sich der Leser orientierten, und bei jedem Satz versuchen, herauszufinden, ob es sich um eine wörtliche Rede, die Stimme des Erzählers oder gar die Gedanken einer Figur handelt. Nach etlichen Seiten Lesens gewöhnt sich der Leser zwar an diesen Stil, aber besonders attraktiv wird es ihm nicht gemacht.

Da bei mir die Geschichten im Vordergrund stehen, vergebe ich dennoch eine klare Empfehlung und sehe dabei über die genannten Kritikpunkte hinweg.

Lisa Moore: Der leichteste Fehler | Deutsch von Kathrine Razum
Hanser 2015 | 368 Seiten | amazon-info

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Hans Traxler: Ein Sturmtief überm Freibad Hausen

Vorgestellt von Renate Bojanowski in Moderne Literatur am 18. Mai 2015

Hans Traxler: Ein Sturmtief überm Freibad HausenZarte Männer, starke Frauen
die auf starke Männer schauen
Während ihre Kinder sausen
kreischend um den Pool von Hausen

Er war Mitbegründer der Satirezeitschriften »Pardon« und »Titanic«, zählt neben Robert Gernhardt und F. K. Waechter zur »Neuen Frankfurter Schule«, nennt eine staatliche Anzahl von Preisen sein Eigen (seit neuestem den Wilhelm-Busch-Preis 2015) und arbeitet mit knapp 86 Jahren immer noch. Kinderbuch, Bildgedicht, politischer Cartoon, Buchillustration – Zeichnen mache glücklich, sagte er einmal. Kaum hat er für die Büchergilde Gutenberg Kurt Tucholskys »Schloss Gripsholm« illustriert, hält der Leser die nächste Kostbarkeit in den Händen. Die Rede ist von Hans Traxler.

Pünktlich zum Start der Badesaison im Freibad Hausen gab Rotraut Susanne Berner bei der Büchergilde nun das »Tolle Heft« Nr.43, »Ein Sturmtief überm Freibad Hausen«, heraus, in dem Traxler fröhlich reimt und das beschriebene Szenario mit federleichten, wohl arrangierten Zeichnungen lebendig werden lässt.

Den blauen Umschlag zieren gelbe Entchen in Reih und Glied, die genauso für gute Laune sorgen wie das beiliegende Faltposter mit den Traxlerschen Vorstellungen von den Nacktbadegewohnheiten in Kamtschatka.

Hans Traxler ist ein phantastischer Beobachter. Seine charakteristischen Linienführungen und Schraffierungen halten die Augenblicke nachdrücklich fest, die sich in der Hauptsaison in seinem Lieblingsbad abspielen. Verschmitzt und höchst poetisch beschreibt er das alltäglich Skurrile. Das Schwimmen im Freibad Hausen ist bei Sonnenschein unmöglich. Trotzig zieht des Zeichners Schlangenlinie durchs Bild. Die feinsinnig gereimten Verse treffen ins Schwarze. Regnet es, wird es schnell still und Traxler genießt. Wenn sich dann noch ein gleich gesinntes Entenpaar dazu gesellt, ist die Idylle perfekt und der Leser gerührt. Dieses »Tolle Heft« vertreibt an Regentagen die grauen Wolken und gehört ins Gepäck eines jeden Freibadbesuchers.

Möge sein Verfasser im historischen Frankfurter Freibad noch lange seine Bahnen ziehen!

Am Himmel stehn die ersten Sterne
Bis nächsten Montag? – Aber gerne!
Dann ist es Nacht. Ich sitze draußen
Und auf mich scheint der Mond von Hausen.

Hans Traxler: Ein Sturmtief überm Freibad Hausen | Deutsch
Edition Büchergilde 2015 | 32 Seiten | amazon-info

Philippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste Freunde

Vorgestellt von Detlef Knut in Sachbuch am 11. Mai 2015

Philippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste FreundeWie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Wie viel Lebensmut und Optimismus muss er in sich tragen, um so humorvoll über das Leid seines Lebens schreiben und berichten zu können? Ohne Dramaturgie schildert der Autor autobiografisch aus seinem Leben, angefangen von der Kindheit bis hin zur Gegenwart in dieser überarbeiteten Auflage nach den Dreharbeiten zur Verfilmung des Buches. Über dieses Buch zu sprechen führt automatisch hin zu einem Gespräch über diesen Menschen Pozzo di Borgo. Einen Menschen, den all sein Lebensmut auch nach schweren Tiefschlägen nicht verlassen hat, dessen Geschichte zwei Filmemacher aufgegriffen haben, weil sie unbedingt verfilmt werden musste.

Der Autor ist hineingeboren und aufgewachsen in eine reiche Familie, der Champagner-Familie Moët. Er verlebte die Kindheit eines reichen Schnösels mit seinen Geschwistern. Doch beim Studium lernte er wie auch andere 68er die Lehren von Marx und Engels kennen, die ihn an seinem schönen Leben zweifeln ließen. Zu dieser Zeit lernte er Beatrice kennen, mit der er jede Minute seines Lebens verbringen wollte. Er bekam hochdotierte Posten in den Konzernen seiner Familie, zu welcher auch die Marke »Louis Vuitton« gehört. Er arbeitete sehr viel und heiratete irgendwann Beatrice.

Es schien alles perfekt. Doch Beatrice bekam eine Fehlgeburt nach der anderen. Der Kinderwunsch beider wurde trotz des Geldes nicht gestillt. Bis sie schließlich Kinder adoptierten. Dann wurde bei Beatrice Krebs diagnostiziert. Auch hier halfen kein Geld der Welt und nicht die besten Kliniken. Philippe war stets an ihrer Seite. Seinen Job stellte er hintenan bzw. absolvierte er in weniger Zeit wesentlich intensiver. Als Ausgleich diente ihm Gleitschirmfliegen. Doch dann passierte 1993 der Unfall. Bis auf seinen Kopf und »etwas Leblosem zwischen seinen Lenden« bewegte sich gar nichts mehr.

Da trat Abdel in sein Leben. Abdel kannte bis zu diesem Zeitpunkt nur das Leben auf der Straße und lebte von Drogenhandel, Diebstahl und anderen Delikten. Pozzo di Borgo lernte nach Beatrice zum zweiten Mal einen Menschen kennen, dem er sich auf Gedeih und Verderb auslieferte, obwohl dieser aus einer ganz anderen Gesellschaftsschicht stammte.

Humorvoll und mit einer gehörigen Prise Sarkasmus und Ironie hat der Autor sein Leben niedergeschrieben. Der Leser spürt jede Depression, die der Autor bei einem Tiefschlag wie dem Tod seiner Frau, erleidet. Aber er will den Lesern nichts vorheulen und über das verpasste Leben klagen. Er will ihnen zeigen, dass es immer weiter geht, egal, was passiert. Dabei vergisst er sein Leid nicht, wie sollte er auch, wo er seinen Rollstuhl doch mit dem Mund bedienen muss. Das ist so geschickt in die humorvollen Szenen eingearbeitet, dass auch der Leser bei lauter Lachen immer wieder in die Realität des Autors zurückgeholt wird.

Wenn das Buch auch nicht wie ein fiktiver Roman mit Dramaturgie aufgebaut ist, so ist es doch so interessant geschrieben, dass man unbedingt wissen möchte, wie das Leben dieses optimistischen Menschen weitergeht. Darin liegt ein besonderes Moment der Spannung. Und wer den Film vor dem Buch gesehen hat, darf sich auf ein ebenso schönes, aber anderes Ende freuen.

Philippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste Freunde
Deutsch von Dorit Gesa Engelhardt, Marion Ruß und Bettina Bach
Fischer Taschenbuch 2013 (3. Auflage) | 256 Seiten | amazon-info

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Helge Timmerberg: Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

Vorgestellt von Andreas Zwengel in Hörbuch am 4. Mai 2015

Helge Timmerberg: Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ichEs lauerte einmal ein Märchen in einem losen Stapel DIN-A4-Blätter neben dem Gästebett von Endi Effendi. Draußen fielen Schneeflocken, drinnen Schleier. Können Sätze wie Schleier fallen? Warum nicht. Sätze sind Alleskönner. Sie können ver- und entschleiern, sie können auch leiern, eiern, abschweifen und verloren gehen. Verloren im Orient, in diesem Fall, denn es war ein tür­kisches Märchen. Es führte mich in einen Basar, in ein Kaffeehaus und in den Harem des Sultans. Und dann brachte es mich in die Wüste hinaus.

Der Reiseschriftsteller Helge Timmerberg erzählt von einem orientalischen Märchen, das ihn schon einen Großteil seines Leben begleitet und von den Versuchen, aus der Geschichte ein Drehbuch zu machen. Die Märchentante, die es verbreitete, hieß Elsa Sophia von Kamphoevener und war eine deutsche Baronin. Sie reiste als Mann verkleidet durch den Orient und sammelte an den Lagerfeuern die besten Erzählungen.

Allein dieser Hintergrund ist eine gute Geschichte und bietet Timmerberg immer wieder die Möglichkeit, einen Drehbuchauftrag zu ergattern. Leider kommt es nie zu einem Drehbuch, geschweige denn zu einem Film, denn entweder verprasst er den Vorschuss oder hat aufgrund eines aktuellen Liebeskummers ganz andere Sorgen.

Ägypten, Marrakesch und Istanbul sind die Stationen des neuesten Buches von Helge Timmerberg. Ich bin leider erst durch sein vorletztes Buch auf ihn aufmerksam geworden, aber seitdem greife ich immer wieder gerne zu den zahlreichen Reiseberichten, die er bisher veröffentlicht hat. Vorzugsweise als Hörbuch, da er eine sehr angenehme Stimme hat und das Charisma eines Märchenonkels, der einen verführt sich zurückzulehnen, zu entspannen und den schnurrigen Geschichten zu lauschen.

Sein neuestes Werk sticht in dieser Beziehung noch einmal heraus, da es nicht nur eingelesen wurde, sondern vor Publikum aufgezeichnet wurde. Die Live-Atmosphäre ist einfach berauschend. Der Weltenbummler plaudert locker und völlig unangestrengt von amüsanten Verwicklungen und kulturellen Missverständnissen. So charmant und amüsant möchte man gerne öfter unterhalten werden.

Hier der Link zum Trailer

Helge Timmerberg: Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich | Audiobook
OSTERWOLDaudio 2014 | 2 CDs | amazon-info

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Sebastian Lörscher: Ziegenmilch und Zeichenstift

Vorgestellt von Renate Bojanowski in Moderne Literatur am 27. April 2015

ziegenmilch_und_zeichenstift»Ich glaube, es war wegen der Ziegenmilch, warum ich so kräftig und stark geworden bin …«

Man nehme Geschichten aus den ersten 25 Jahren seines Lebens und bringe seinen Großvater dazu, seine Erlebnisse dieser Zeit zu erzählen. Man plaudere in lockerem Ton ungezwungen über Freundschaft, die erste Liebe im Besonderen oder das Verhältnis zu Frauen im Allgemeinen, über Kunst und Sport, seine ureigenen Ängste und Sorgen, beleuchte seine hehren Ziele wie die tiefsten Rückschläge.

Es ist bereits vier Jahre her, dass der Illustrator und Autor Sebastian Lörscher dieses Experiment beim Kunstanstifter Verlag zu einem Buch zusammengeführt hat. Die originell erzählten Erlebnisse wirken unabhängig von ihrem Erscheinungsjahr. Sie fesseln den Leser an die beiden auf den ersten Blick völlig unterschiedlichen Lebenswege. Der findige Grafiker weckt auch die frühen Talente seines Opas Ernst Körber wieder auf und bringt den 92-Jährigen zum Zeichnen zurück. Der Betrachter hat nun faszinierende Lebensbilder vor sich, die sich (auf den zweiten Blick) ähnlicher sind als anfangs vermutet.

Ernst Körbers Erinnerungen beginnen im Jahr 1919 mit einem Becher Ziegenmilch. Sebastian Lörscher zeichnet in seinem Elternhaus im Jahr 1980 eine Sonne an die Wand neben der Treppe. Opa Körber zwingt zum Weiterlesen mit seinen authentischen Kriegserlebnissen, Sebastians Berichte von seinem Neuanfang in Berlin sprechen all jenen Mut zu, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen.

Natürlich haben sich die Zeiten geändert und mit ihnen die Umstände, unter denen wir leben, lieben und arbeiten. Der Leser genießt zwei unterschiedliche humorvoll dargestellte Lebensporträts und taucht in die Bilder unterschiedlicher Zeiten ein. Im Vergleich der beiden Generationen liegt der eine besondere Reiz des Buches.

Die andere Anziehungskraft üben die zahlreichen persönlichen Erfahrungen aus, die Sebastian Lörscher und sein Großvater gemacht haben: mit dem Becher Ziegenmilch, mit der Wand neben der Treppe, dem Fußball aus alten Lumpen, Kaugummiautomaten, Daudi und Matze, dem Schwarzen Richard und Willy Rösler, der Zeichen- und Comicschule, den Juden und Türken, Starkbier und Caipirinha, dem Krieg und der ersten Liebe. Sie zaubern ein Lächeln in das Gesicht des Lesers und lassen Platz, selbst Erlebtes zu reflektieren und sich wieder zu finden, natürlich mit anderen Erfahrungen.

Ein wunderbares Buch, das noch viele Leser begeistern wird.

»So schwer auch alles manchmal ist, es gibt Dinge, die fallen einem erstaunlich leicht.«

Sebastian Lörscher: Ziegenmilch und Zeichenstift | Deutsch
Kunstanstifter Verlag 2011 | 140 Seiten | amazon-info

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Thomas Pynchon: Bleeding Edge

Vorgestellt von Andreas Zwengel in Moderne Literatur am 20. April 2015

bleeding_edge»DeepArcher, die Zentrale«, sagt Lucas mit einer ausladenden Darf-ich-vorstellen-Geste.

Ursprünglich – und man wundert sich über ihren Weitblick – hatten die Jungs vor, einen virtuellen Ort zu erschaffen, an dem man vor den zahlreichen Misslichkeiten der wirklichen Welt Zuflucht finden kann. Ein riesiges Motel für die Geplagten, ein Asyl, das mit dem virtuellen Nachtexpress von überall, wo es eine Tastatur gibt, erreicht werden kann.

Bisher wurde in Pynchon-Rezensionen immer auf seine mediale Abwesenheit und die wenigen existierenden Fotos aus den Fünfzigern hingewiesen. Anlässlich der Rezeption von »Bleeding Edge« wich dieser Punkt dem allgegenwärtigen Hinweis auf das fortgeschrittene Alter des Autors. Pynchon ist inzwischen 77 Jahre alt und trotzdem atmet sein neues Werk mehr teen spirit als alle Hipster-Debüts der Saison.

Die Verwunderung beruht wahrscheinlich auf den fundierten Kenntnisse der Computer- und Hacker-Szene, die er hier vorführt. Aber Pynchon hat schon immer gewusst, worüber er schreibt, weil er sich zuvor die Materie umfassend aneignete. Sei es die Welt der Landvermesser im 18. Jahrhundert, die Trivialliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der Zweite Weltkrieg oder die kalifornische Hippieszene der 70er und 80er Jahre. Kein Wunder also, dass er auch über die Dotcom-Gesellschaft unzählige Anspielungen und Insider-Gags einflechten kann. Aber die Scherze über Computerspiele, Law & Order, Dragonball Z usw. zeugen neben einem großartigen Sinn für Humor auch von einem tiefempfundenen Verständnis für die Inhalte. Trotz des Alters des Autors also alles andere als ein Alterswerk.

Worum geht es? Nun, wie immer um alles. Maxine Tarnow hat ihre Lizenz als Wirtschaftsprüferin verloren und arbeitet nun als Privatdetektivin in New York. Zwischen dem Platzen der Dotcomblase und den Anschlägen vom 11. September erfährt sie von den Machenschaften einer übermächtigen Computerfirma. Sie lernt DeepArcher kennen, eine sehr radikale Form von Second Life, und begegnet Legionen von skurrilen Figuren, wie sie sich wohl nur in New York tummeln können. Die Handlung ist wieder einmal Nebensache, das Genre eine Mischung aus Krimi und Stadtpanorama, und natürlich gibt es auch ein paar Songs.

Wie immer bei der Lektüre von Pynchon – jedenfalls geht es mir so – entfaltet sich die ganze Pracht des Buches erst beim zweiten Durchgang. Beim ersten Lesen gab ich nach der Hälfte auf, weil ich nichts verstand und sich alle Dialoge wie unzusammenhängendes Geplapper anhörten und anfühlten. Nach zwei Monaten wagte ich einen neuen Versuch und ließ mir mehr Zeit. Mein Fehler war klar: Ungeduld. Als hätte ich nach monatelanger Vorfreude die neueste Staffel meiner Lieblingsserie im schnellen Vorlauf angesehen und hinterher das Gefühl beklagt, die Handlung nicht verstanden zu haben.

Die zweite Lektüre war das wunderbare Leseerlebnis, das ich schon beim ersten Mal erhofft hatte. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, ein völlig anderes Buch zu lesen. Ich behielt den Überblick über die Figuren, alles ergab Sinn und die verqueren Gedankengänge ließen mich mehrmals laut auflachen. Man muss konzentriert sein, denn dieser Text verzeiht gedankliche Abschweifung nicht, dazu schlägt er zu viele und zu schnelle Haken und enthält zu viele Informationen.

Ein anstrengendes Buch, das Durchhaltevermögen erfordert und belohnt. Aber wenn man sich an Pynchons Stil gewöhnt hat, ein unerschöpflicher Quell der Freude. Jedes seiner Bücher kann man immer wieder lesen und jedes Mal neue Satzperlen, Gags und Erkenntnisse finden. Möge er noch lange so weitermachen!

Thomas Pynchon: Bleeding Edge | Deutsch von Dirk van Gunsteren
Rowohlt 2014 | 602 Seiten | amazon-info

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